Dinge, die man in Tanger unbedingt gemacht haben sollte

Welche Stationen sollte man auf einem Spaziergang durch die 700.000-Einwohner-Stadt unbedingt einplanen?

Der Grand Socco ist seit Ende des 19. Jahrhunderts der zentrale Marktplatz. Hier trifft man sich abends zum Flanieren und Palavern. Von dort sind es nur wenige Schritte in die Medina, die Altstadt. Das Old American Legation Museum erinnert an die Zeiten der internationalen Zone ab 1923, als Tanger von acht Staaten verwaltet wurde. Là¤sst man sich durch die verwinkelten Gassen der Souks nach Norden treiben, erreicht man das Kasbah-Viertel.

Was gibt es dort zu sehen?

Im ehemaligen Sultanspalast Dar-al-Makhzen beeindruckt vor allem die maurische Architektur mit Mosaiken, Stuckornamenten und Zedernholzschnitzereien. Im Kasbah-Viertel liegen auàŸerdem die schà¶nsten Maisons d'Hôtes - stilvolle, kleine Unterkà¼nfte in traditionellen Hofhà¤usern der Altstadt.

Welche Aktività¤t wà¼rden Sie empfehlen, um die authentischen Seiten der Stadt kennenzulernen?

Der Besuch eines Marktes gehà¶rt zum authentischen Orienterlebnis dazu. In der Rue Salah Idine el Ayoubi und in der Markthalle des angrenzenden Marché Central herrscht jeden Tag Hochbetrieb: Die Hà¤ndler verkaufen bergeweise Gewà¼rze, Trockenfrà¼chte und Alltagswaren aller Art. Etwas abseits des Zentrums am Boulevard Moulay Abdelhafid liegt der riesige Flohmarkt Casabarata. Hier kaufen die Einheimischen alles - von Antiquità¤ten à¼ber gebrauchte Handys bis zur Kloschà¼ssel.

Im Sommer kommen Flaneure in Tanger schnell ins Schwitzen. Wie schà¼tzt man sich in der "weiàŸen Stadt" am besten vor der Sonne?

In Tanger wird es im Gegensatz zu Sà¼dmarokko auch im Sommer nicht so heiàŸ. Im August herrschen im Durchschnitt 23 Grad Celsius. Dennoch legt man wie die Einheimischen mittags besser eine lange Siesta ein und setzt das Sightseeing erst spà¤tnachmittags fort.

Eine Empfehlung fà¼r eine einheimische Erfrischung:

Die Marokkaner schwà¶ren auf die Wirkung eines heiàŸen Thé à  la menthe. Der Grà¼ne Tee mit frischen Minzblà¤ttern und viel Zucker schmeckt immer - eine Einladung dazu sollte man also nicht abschlagen.

Welches schattig Plà¤tzchen eignet sich am besten fà¼r eine Pause?

Die Terrasse vom Salon Bleu befindet sich hoch à¼ber der Place du Méchouar. Hier genieàŸt man marokkanisches Honig- und Mandelgebà¤ck und frische Sà¤fte mit Blick auf die historischen Gebà¤ude im Kasbah-Viertel.

Und wo gibt es ein leckeres Mittagessen?

Wer wie die Einheimischen speisen mà¶chte, spaziert zum Fischerhafen. Hier isst man mit den Fingern von Papiertischdecken riesige Portionen an gegrilltem Fisch und Meeresfrà¼chten - und das fà¼r nur wenige Euro.

Ein besonderes Mitbringsel bekommt man beim Souvenirladen Bazar Tindouf in der Rue de la Liberté. Das Geschà¤ft ist vollgestopft mit Lampen, Teppichen, Schmuck und Keramik aus Marokko und ganz Afrika. Hier là¤sst es sich herrlich stà¶bern.

Was mà¼ssen Touristen beim Einkaufen beachten?

Wer nach Marokko reist, muss das Handeln lernen, sonst wird man belà¤chelt und zahlt garantiert zu viel. Fà¼r eine Vorstellung vom angemessenen Preis sollte man in mehreren Là¤den den zuerst genannten Betrag vergleichen. Nicht gleich beim ersten Hà¤ndler kaufen! Beginnen Sie aber erst zu handeln, wenn Sie echtes Kaufinteresse haben.

Vom Shoppen zum Schwimmen: Tanger ist ein beliebtes Ziel fà¼r Badeurlauber. Welcher Strand ist der schà¶nste?

Der Stadtstrand von Tanger ist im Sommer hà¤ufig à¼berfà¼llt, deshalb unternimmt man besser einen Ausflug zu den Sandstrà¤nden sà¼dwestlich der Stadt. Die panoramareiche Route à¼ber das Cap Spartel, wo Atlantik und Mittelmeer zusammenflieàŸen, fà¼hrt zur langen, noch weitgehend unverbauten Plage Sidi Kacem.

Mit der Fà¤hre braucht man von Tarifa bis nach Tanger nur 30 Minuten. Wie macht sich diese Nà¤he zu Europa bemerkbar?

Als Schnittstelle zwischen Europa und Afrika, Mittelmeer und Atlantik hat Tanger schon immer Politiker, Diplomaten, Touristen und Geschà¤ftsreisende aus aller Welt angezogen. Das sieht man auch im Stadtbild: Hier treffen spanische, italienische und maurische Architektur aufeinander. In der islamischen Altstadt liegen eine Synagoge, ein US- Staatsmonument, eine Moschee und eine katholische Kirche in enger Nachbarschaft. Die Nà¤he zu Spanien zeigt sich auch sprachlich: In Tanger kann man sich am besten auf Spanisch verstà¤ndigen.

Wie startet man am besten in die Nacht?

Abends trifft sich die halbe Stadt auf der StraàŸe. Là¤sst man sich im Strom der Menschen vom Grand Socco sà¼dwà¤rts treiben, sollte man von der Rue de la Liberté in die Treppengasse Escalier Waller abbiegen. Hier ist das wohl urigste Restaurant der Stadt: Im kleinen Seemannlokal Le Populaire Saveur de Poisson essen die Gà¤ste mit Holzbesteck immer das gleiche Men༠aus Fischsuppe, Meeresfrà¼chte-Tajine und gegrilltem Fisch mit Brot und Oliven.

Tanger ist eine muslimische Stadt, der Islam bestimmt das Leben. Worauf mà¼ssen Touristen sich einstellen?

Als Besucher eines islamischen Landes sollte man die lokalen Sitten respektieren. Dazu gehà¶rt, in der Altstadt nicht zu freizà¼gig herumzulaufen: Den Minirock und das tief ausgeschnittene, enge Shirt là¤sst man lieber zu Hause. Oben-ohne-Baden am Strand ist absolut tabu. In Marokko dà¼rfen Moscheen zudem nicht von Christen betreten werden.

Wann lohnt sich ein Besuch in Tanger besonders?

Im Frà¼hjahr sind die Temperaturen am angenehmsten. AuàŸerdem beginnt in der Umgebung alles zu blà¼hen. Dann sollte man unbedingt auch einen Ausflug nach Tétouan etwa 57 Kilometer sà¼dà¶stlich von Tanger einplanen. Die Altstadt mit bunten Mà¤rkten und maurischen Monumenten zà¤hlt zum UNESCO-Weltkulturerbe, und die grà¼nen Rifberge direkt vor der Stadt sind ein Wanderparadies.